Europas größtes 3D gedrucktes Wohnhaus entsteht in Heidelberg

Das Projekt Dreihaus auf dem Campbell Areal in Heidelberg steht im Fokus eines ausführlichen Beitrags im Wirtschaftsmagazin econo. In der Ausgabe 5/2025 berichtet das Magazin über die innovative Bauweise des Gebäudes und die Rolle moderner Technologien im Wohnungsbau.

Der Artikel beschreibt, wie auf dem ehemaligen Gelände der Campbell Barracks ein Gebäude entsteht, dessen tragende Wände mithilfe eines großen 3D Druckers gefertigt werden. Dabei trägt ein Roboterarm Schicht für Schicht Beton auf und formt so die Struktur des Hauses direkt auf der Baustelle.

Ein Meilenstein für den Wohnungsbau

Nach Einschätzung der Beteiligten markiert das Projekt einen wichtigen Schritt für die Zukunft des Bauens. Das sogenannte Dreihaus gilt als Referenzobjekt für den seriellen 3D Druck im Wohnungsbau.

Die Technologie ermöglicht es, Gebäude schneller zu errichten und gleichzeitig Ressourcen effizienter einzusetzen. Laut Projektbeteiligten kann ein Gebäude dieser Bauweise rund dreißig Prozent schneller fertiggestellt werden als ein vergleichbares Mehrfamilienhaus in klassischer Bauweise.

Auch wirtschaftlich eröffnet die Technologie neue Perspektiven, da Bauprozesse stärker automatisiert werden können.

Innovative Bauweise mit Serienpotenzial

Die Planung des Gebäudes ist speziell auf den 3D Druck abgestimmt. Die Wohneinheiten sind zwischen etwa 46 und 89 Quadratmeter groß. Insgesamt entstehen sechs bis neun Wohnungen innerhalb des Gebäudes.

Das Projekt zeigt, wie sich die Technologie künftig auch für weitere Bauvorhaben einsetzen lässt. Die entwickelten Konzepte können mehrfach verwendet werden und bieten damit Potenzial für eine breitere Anwendung im Wohnungsbau.

Nachhaltigere Materialien im Bauprozess

Neben der Bauweise spielt auch das verwendete Material eine wichtige Rolle. Für den Gebäudedruck wird ein speziell entwickelter Zement eingesetzt, der im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen deutlich weniger CO₂ verursacht.

Das Material wurde gezielt für den Einsatz im 3D Druck entwickelt und soll dazu beitragen, Bauprozesse nachhaltiger zu gestalten.

Boardinghouse HEI³ Apartments geplant

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Danach soll das Gebäude als Boardinghouse betrieben werden.

Unter dem Namen HEI³ Apartments – Heidelberg hoch 3 entstehen moderne Apartments, in denen Gäste den Aufenthalt in einem 3D gedruckten Gebäude erleben können. Geschäftsreisende, Fachkräfte und Interessierte sollen dort die Möglichkeit haben, diese innovative Form des Bauens und Wohnens selbst kennenzulernen.

Quelle
Bauroth, Katja (2025). „Turbo für den Wohnbau: Jetzt wird gedruckt statt gemauert“, econo Wirtschaftsmagazin, Ausgabe 5/2025: 64-66.

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